Dietmar Mann
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Dietmar Mann (* 1948) war Oberstleutnant und Bataillonskommandeur der DDR-Grenztruppen und ist einer der bekannten ranghohen Republikflüchtlinge. Er flüchtete 1986 in die Bundesrepublik, kehrte jedoch im Jahr darauf wieder in die DDR zurück, da ihm Straffreiheit zugesichert worden war. Einige Jahre darauf gelangt er durch Vermittlung der Staassicherheit nach Eisenhüttenstadt, wo er während der Wende 1989 lebte.
Geschichte
Oberstleutnant Dietmar Mann, gelernter Rinderzüchter und seit 1974 Informeller Mitarbeiter (IM) der Stasi, befehligt seit vier Jahren als Bataillonskommandeur eine Einheit an der innerdeutschen Grenze zu Niedersachsen, als er am Nachmittag des 31. August 1986 mit vorgehaltener Waffe in den Westen flüchtet. Seine Position als Offizier der Grenztruppen ermöglicht ihm das Betreten des Grenzgebiets. Im Westen angekommen, informiert er den Bundesnachrichtendienst (BND) ebenso wie die CIA über Aufbau, Ausbildung und Stimmungslage bei den Grenztruppen der DDR. Da im September 1987 ein Besuch Erich Honeckers in der Bundesrepublik bevorsteht, schließt Erich Mielkes Stasi eine gewaltsame Entführung wie im Fall Walther Thräne von vornherein aus.
Doch Dietmar Mann selbst ist es, dem es auf die Dauer im Westteil Deutschlands zu einsam ist. Er vermisst seine Ehefrau und die zwei Kinder, aber mehr noch seine Geliebte. Da ihm die DDR-Regierung Straffreiheit zusichert, kehrt Mann am 11. April 1987 aus "eigenem Entschluss" in die Deutsche Demokritische Republik zurück. Er gibt bereitwillig Auskunft über seine Befragungen durch BND und CIA, tauscht seinen Ford Capri in einen Lada und wird in Schwedt/Oder in das gesellschaftliche Leben der DDR wiedereingegliedert. Doch sowohl seine Familie als auch seine Freundin sagen sich von ihm los. Als er kurz darauf - vermutlich durch Vermittlung des MfS - eine neue Frau kennenlernt, plant er erneut die Ausreise in den Westen, was der Stasi zu Ohren kommt. Diesmal wird er jedoch zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt und Mann zieht nach Eisenhüttenstadt.
"Wieder organisiert die Stasi Manns Wiedereingliederung. Zusammen mit seiner Freundin bekommt er nun eine Vierraumwohnung in Eisenhüttenstadt und einen Trabant. Als "Mitarbeiter für wissenschaftliche Arbeitsorganisation" arbeitet Mann im örtlichen Fleischkombinat und berichtet der Stasi regelmäßig über seine Arbeitskollegen. In Eisenhüttenstadt erlebt Mann, der nach der Hochzeit mit seiner Freundin deren Namen angenommen hat, Wende und Mauerfall. Anfang der neunziger Jahre spürt das ZDF den vermeintlichen Doppelagenten auf. Er verlässt daraufhin Eisenhüttenstadt und trennt sich auch bald von seiner Frau. Er geht nach Westdeutschland, kehrt später nach Berlin zurück, wo sich [...] seine Spur verliert." (Quelle: Andreas Förster: Auf der Flucht. IN: Berliner Zeitung v. 12.8.2006, Blickpunkt, S. 3.)
