Eisenhüttenstadt
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Die Kernstadt von Eisenhüttenstadt wurde ab dem 18. August 1950 im Rahmen der Errichtung des Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) erbaut. Die Planstadt ist die erste deutsche Stadtneugründung nach dem Zweiten Weltkrieg und gilt als "Erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden". Bis zur auf der während der 18. Sitzung des Bezirkstags Frankfurt/Oder am 13.11.1961 beschlossenen Zusammenlegung mit Fürstenberg/Oder und Fürstenberg/West/Schönfließ hieß dieser Teil der Stadt Stalinstadt.
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Entwicklungsphasen
Die Stadtentwicklung ist eng mit der Entwicklung des Stahlwerks verknüpft. Als drei Hauptphasen der Stadtentwicklung lassen sich unterscheiden:
Stadtstruktur
Eisenhüttenstadt gliedert sich in sieben Wohnkomplexe, die Ortsteile Fürstenberg,Schönfließ und Diehlo.
Als zentrale Verbindungsachse der drei Ortstteile von Eisenhüttenstadt bzw. Ost-West-Magistrale fungierte die Thälmannstraße (heute Beeskower Straße).
Die aktuelle Situation
Die ehemals "jüngste Stadt" der DDR, die obendrein als einer der attraktivsten Zuzugsorte der DDR galt, sieht sich massiv mit den Problemen Abwanderung und "Überalterung" konfrontiert, weswegen sie sich als idealtypisches Beispiel sowohl für eine shrinking city wie auch eine wrinkling city eignet. Neben diesen beiden Phänomenen findet in der Stadt besonders eine Jugendabwanderung ab. Als Bezeichnung für dieses Phänomen wird u.a. der Ausdruck Disappeer group verwendet. Die Einwohnerzahl lag am 31.12.2008 bei 30.333.
Listen
Städtepartnerschaften
- Dimitrowgrad in Bulgarien
- Drancy in Frankreich
- Głogów in Polen
- Saarlouis im Saarland (Diese Städtepartnerschaft wurde 1986 begründet und war die erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft.)
Bürgermeister von EH
- bis 1952: Otto Ringel, Aufbauleiter des EKO (Oberhaupt von Werk & Stadt)
- 1953-1956: Albert Wettengel, 1. Oberbürgermeister von Stalinstadt
- 1956-1965: Max Richter (bis 1961 von Stalinstadt)
- 1965-1969: Siegfried Sommer
- 1969-1985: Werner Viertel
- 1985-1988: Dr. Manfred Sader
- 1988-1990: Ottokar Wundersee
- 1990-1993: Wolfgang Müller
- seit 1993: Rainer Werner, letzter Oberbürgermeister
Der Name der Stadt
Ursprünglich sollte die Wohnstadt des EKO im Karl-Marx-Jahr 1953 (70. Todestag) den Namen Karl-Marx-Stadt bekommen. Als Zeitpunkt war der 14. März 1953. Stalins Tod am 05. März des Jahres führte (vermutlich auf der Sitzung des ZK der SED am 13. April 1953) zu einer spontanen Änderung im Plan und entsprechend wurde am 07.Mai 1953 auf dem Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft der Name Stalinstadt durch Walter Ulbricht verkündet. Im Herbst 1961 wurde kurzzeitig überlegt, den aus dem Zusammenschluss mit Schönfließ und Fürstenberg entstehende Ort Eisenstadt zu nennen. Dies wurde jedoch am 11.11.1961 vom Politbüro des Zentralkomitees der SED zugunsten des aus dem Bezirksrat Frankfurt/Oder geäußerten Vorschlags Eisenhüttenstadt verworfen. Die Umbenennung von Stalinstadt (wie auch der Berliner Stalinallee) wurde bereits auf der ZK-Sitzung am 07.11.1961 beschlossen. Die Entscheidung für Eisenhüttenstadt folgte als Nachtrag zu dieser Sitzung im Umlaufverfahren.
Beinamen
- Erste Sozialistische Stadt Deutschlands
- Erste Sozialistische Stadt auf deutschem Boden
- Erste Sozialistische Stadt der DDR
- Erste neue Stadt der DDR
- Erste Stadtneugründung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland
- Grünste Stadt der DDR
- Jüngste Stadt der DDR
- Stadt der Metallurgen
- Stadt der Roten Hochöfner
Spott- & Spitznamen
(Bitte in alfabetischer Reihenfolge!)
- Blechbudencity
- Blechdosencity
- Eichenhüttenstadt
- Eisennuttenstadt
- Eisessenhüttenstadt
- Hütte
- Hüttenstadt
- Schrottgorod
- Stahlkochernest an der Oder
Synonyme
- Neue Stadt an der Oder
- Stahlarbeiterstadt
- Stahlstadt
- Stalinstadt
- Stadt der Dankbarkeit
Der Stadtname in anderen Sprachen
- Englisch: Ironworks Town or Ironworksville ("Eisenwerkstadt")
- Norwegisch: Smeltehytteby ("Schmelzhüttenort")
- Polnisch: Zelazowa Huta ("Stadt der Eisenhütte")
- Schwedisch: Järnverksstaden ("Eisenwerkstadt")
Kuriosa
- Laut eines Artikels in der taz wird die Stadt Hildesheim hinsichtlich ihrer baulichen Gestaltung auch als "Eisenhüttenstadt des Westens" bezeichnet, was nicht unbedingt als Lob zu werten ist.
Trivia
Musik
Vermutlich seines sperrigen, aber rhytmischen Namens wegen, der zahllose Assoziationen weckt und eines gewissen Rhythmus' nicht entbehrt, existieren verschiedene Musiktitel mit dem Namen der Stadt:
- 2004: Mariachis feat. Ivo Lotion: Eisenhüttenstadt. Single mit vier Versionen. (Reggae)
- 2004: Der Plan: Die Verschwörung: Eisenhüttenstadt. (Pop)
- 2005: Aki Takase, Alexander von Schlippenbach & DJ Illvibe: LOK 03: Eisenhüttenstadt. (Jazz)
- 2006: Theodore Angst: Eisenhüttenstadt. (Rock)
Desweiteren gibt es Musiktitel, die die Stadt selbst thematisieren:
- 2007: BlutgruppenRecords: Zerstörung (vgl. hier)
- 2000: Reimgeschwader: Hüttenstadt (ist meine Stadt)
Filme
- 2007: Lunik - Der Film (Spielfilm, Regie: Gilbert Beronneau)
- 2006: Hüttenstadt (Dokumentarfilm, Regie: Johanna Ickert)
- 2005: Das Schwalbennest (Fernsehfilm, Regie: Maris Pfeiffer)
- 1992: Eisenzeit (Dokumentarfilm, Regie: Thomas Heise)
- 1963: Silvester am Hochofen (Dokumentarfilm, Regie: Jürgen Böttcher)
- 1963: Ofenbauer (Dokumentarfilm, Regie: Jürgen Böttcher)
Weblinks
- Heimseite der Stadtverwaltung Eisenhüttenstadt
- Heimatseite von EKO Stahl
- Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
- Ausstellung: Aufbau West Aufbau Ost - Die Planstädte Wolfsburg und Eisenhüttenstadt in der Nachkriegszeit
- Portal HUETTENSTADT.de Nachrichten & Fotos aus Eisenhüttenstadt
- Startseite Logbuch Stahlinstadt
- Online-Artikel (weitere in der Bibliographie)
- "Die verbotene Stadt" Artikel in DIE ZEIT
- "Traumstadt des Sozialismus: Das Museum Eisenhüttenstadt untersucht die eigene Baugeschichte" Artikel von Martin Stefke in der MAZ (25.10.2006)
- Am Anfang war der Stahl Artikel von Susanne Rost in der Berliner Zeitung, Ausgabe 17. August 2000
