Tamara Bunke

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Haydée Tamara Bunke (* 19. November 1937 in Buenos Aires, † 31. August 1967 am Rio Grande in Bolivien) war eine deutsch-jüdische Freiheitskämpferin, die in den 1950ern in Eisenhüttenstadt ihr Abitur ablegte und in den 1960ern an der Seite von Che Guevara in Bolivien ums Leben kam. Sie wurde gemeinhin als "Tania la guerillera" bekannt. Zum 20. Jahrestag der DDR 1969 bekam die Schule in Ziltendorf den Namen "Tamara Bunke" verliehen, den sie bis zur Wiedervereinigung trug.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Tamarita oder einfach Ita, wie sie die Eltern nannten, wurde als Tochter jüdischstämmiger deutscher Emigranten im argentinischen Exil geboren. Ihre Eltern Nadja und Erich Bunke waren 1935 als Kommunisten vor dem deutschen Nationalsozialismus nach Südamerika geflohen. Im Jahr 1952 kehrte die Familie Bunke nach Deutschland zurück, und Tamara lebte mit ihren Eltern sowie ihrem Bruder Olaf in der Straße der Jugend 44 in Stalinstadt. Die Mutter Nadja Bunke arbeitete als Russischlehrerin, der Vater Erich Bunke als Sportlehrer an einer örtlichen Schule. Tamara absolvierte die Schießausbildung der paramilitärischen Gesellschaft für Sport und Technik (GST) und 1955 einen Reitlehrgang der GST in Angermünde. Wie eine Fotografie beweist, nahm Tamara 1955 in der Uniform der GST an einer Demonstration in Stalinstadt teil.

Tamara und Olaf Bunke wurden an die Oberschule aufgenommen und lebten in einem Internat in der Thälmannstraße, zwei Kilometer vom eigentlich Zentrum der Neustadt entfernt. Tamara Bunke hat die 12. Klasse der Oberschule Stalinstadt im Schuljahr 1955/56 besucht und sich am 28. Mai 1956 der Reifeprüfung unterzogen. Das Abitur wurde mit der Note “Bestanden” abgelegt.

Ihr Leben lang sehnte sich Tania nach ihrer lateinamerikanischen Heimat zurück. In ihrer Stellungnahme vom 4. Februar 1958 zur Aufnahme in die SED gestand sie: “Mein größter Wunsch ist es, in meine Heimat Argentinien zurückzukehren und dort meine ganze Kraft der Partei zur Verfügung zu stellen.”

Zitate

  • "Sie war im Gegensatz zu ihrem Bruder eher wie ein Junge. Sie liebte Pferde- und Schießsport. Sie brüskierte manchen Stalinstädter, wenn sie sonntags mit zwar verpacktem, aber geschulterten Gewehr durch die Stadt zu ihren Schießübungen lief. Und sie hat schon damals immer gesagt: Ich werde nicht in Deutschland sterben!"

Hannelore Pätzold, Klassenkameradin und später Direktorin der Ziltendorfer Oberschule "Tamara Bunke" (Silvia Fichtner: Blumenkohl für die Kubaner. Artikel zum 50jährigen Bestehen der Ziltendorfer Schule, in: MOZ, 6./7. Juni 2006)

Literatur

  • Eberhard Panitz: Der Weg zum Rio Grande. Ein biographischer Bericht über Tamara Bunke. Berlin: 1989, 6. Aufl.
  • Eberhard Panitz: Tamara Bunke. Mit Che Guevara in Bolivien. GNN Verlag: 1995.
  • Marta Rojas, Mirta Rodríguez Calderón (Hg: Nadja Bunke): TANIA la guerrillera. Havanna: 1970 (Berlin: 1998).
  • José A. Friedl Zapata: TANIA. Die Frau, die Che Guevara liebte. Berlin: 1997.

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