Umbenennung 1961

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Die Zusammenlegung von Stalinstadt mit Fürstenberg/Oder und Fürstenberg/West/Schönfließ zu Eisenhüttenstadt erfolgte relativ überraschend in direkter Folge zum XXII. Parteitag der KPdSU in Moskau (17. bis 31. Oktober 1961). Auf diesem wurde die auf dem XX. Parteitag begonnene Aufarbeitung bzw. Abwendung vom Stalinismus, die nicht zuletzt ein verändertes architektonisches Idealbild in der Sowjetunion und im Anschluss auch in der DDR zur Folge hatte, dahin gehend intensiviert, dass der Stalinkult mit der Umbenennung von Stalingrad in Wolgograd und der Verlegung des Leichnams Stalins aus dem Lenin-Mausoleum an ein "Standardgrab" an der Kreml-Mauer auch in seinen letzten Überresten beseitigt wurde bzw. werden sollte.

Im Politbüro der SED wurde die entsprechenden Geschehnisse in der Sowjetunion aufmerksam registriert und passende Maßnahmen für die DDR am 07. November beschlossen. Als Umsetzungszeitpunkt für die finale Demontage alle stalinistischen Symbolik wurde kurzfristig die Nacht vom 13. zum 14. November festgelegt. In dieser Nacht wurde das Stalindenkmal in Berlin-Friedrichshain von Baueinheiten der Nationalen Volksarmee (NVA) abgebaut und abtransportiert. Es wurde wenig später im VEB Gießereibetrieb Lauchhammer eingeschmolzen. Aus dem Material, so das Gerücht, wurden einige der Tierplastiken im Tierpark Friedrichsfelde (das auskeilende Eselfohlen von Hans Steffen, die Säbelzahnkatze von Erich Oehme und ein Elch von gleichen Künstler) hergestellt.

Ein weitere Bestandteil der ad hoc-Maßnahme war die Umbenennung der Stalinallee in a) Karl-Marx-Allee (Alexanderplatz bis Frankfurter Tor) und Frankfurter Allee (ab Frankfurter Tor gen Osten). Damit verbunden war die Umbenennung des S- und U-Bahnhofs Stalinallee im S-Bahnhof und U-Bahnhof Frankfurter Allee. Das VEB Elektroapparatewerk J.W. Stalin wurde in VEB Elektroapparatewerk Berlin-Treptow umbenannt.

Zudem fand sich auf der Titelseite der Ausgabe der Tageszeitung Neues Deutschland vom Dienstag, den 14. November 1961, die die genannten Maßnahmen für Berlin verkündete, eine Kurzmeldung:

"Jetzt Eisenhüttenstadt Frankfurt (Oder) (ND) Der Bezirksrat Frankfurt (Oder) hat auf seiner 18. Sitzung am Montag Anträge auf die Vereinigung der Städte Stalinstadt und Fürstenberg (Oder) zum Stadtkreis Eisenhüttenstadt mit dem Eisenhüttenkombinat Ost zugestimmt. In den letzten Jahren hatten sich zwischen beiden Städten immer engere politische, ökonomische und kulturelle Beziehungen entwickelt, die den territorialen Zusammenschluß der Städte notwendig machen. Gleichzeitig entsprach der Bezirkstag dem Antrag des Kreistages Fürstenberg (Oder) auf Änderung der amtlichen Bezeichnung Kreis Fürstenberg (Oder) in Kreis Eisenhüttenstadt."

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